Die große Emigration der Protestanten

1731/32

Der Widerstand aus dem Pongau
 

Um die Ereignisse der Reformation und Emigration besser verstehen zu können, finden Sie hier einen kurzen Rückblick, die damaligen Verhältnisse, so weit es heute noch möglich ist, zu umschreiben

Im Erzbistum Salzburg war der Erzbischof gleichzeitig geistlicher und weltlicher Herrscher.Für die weltlichen Angelegenheiten stand ihm ein Hofkanzler zur Seite. Da der Erzbischof für die Sicherheit im Lande zuständig war, musste er auch ein Militär erhalten, wofür die Bauern und Bürger einen Beitrag leisten mußten. Auch verschiedene andere Abgaben wie Weihesteuer, diese war in den Gebirgsgauen viermal so hoch wie ortsüblich. Weiters ist die Unzufriedenheit mit den Obrigkeiten, wie Kaiser, Papst Erzbischof, Pfleggerichte, Pfarrern, usw., ein großes Problem gewesen.
Der Ausspruch eines Papstes: "Der Herr hat uns das Papsttum geschenkt, auf laßt es uns genießen". war dem Volk nicht dienlich. Denn die Bürger und Bauern waren unfrei und mussten hart arbeiten, um die Steuern aufbringen zu können, die oft dem Wohle anderer dienten.
In St. Veit waren die Bauern so arm, dass sie die Rinde von den Bäumen schälten, um eine Suppe zum Essen kochen zu können. Auch mussten einige Bauern Hopfen nach Salzburg abführen, obwohl in der damaligen kalten Klimaperiode in St. Veit kein Hopfen mehr wuchs, und die Bauern den Hopfen aus wärmeren Gegenden teuer kaufen mussten. Auf Empfehlung reicher Wirtschaftstreibender (Fam. Fugger hatte großen Einfluss über die Höfe bis Rom) wurde vom damaligen Papst der "Jubelablass zum Bau der Peters- Kirche" gewährt.
Aufgrund der Unzufriedenheit des Volkes mit diesen Ablass, einer Geldgabe und dem weit um sich greifenden Missbrauch des Ablasses, verfaßte Prof. Dr. Martin Luther 1517 seine wohl gutgemeinten, aber von der katholischen Kirche nicht akzeptierten "95 Thesen".
Der katholische Priester Luther lehrte zu Wittenberg, wo auch einige Pongauer Studenten die Vorlesungen besuchten. Er war mit bestimmten Dingen im klerikalen Bereich nicht einverstanden und widersprach oft energisch, oft berechtigt.